Die Forschungsarbeit «Forward-looking Behavior in Health Insurance» von Caroline Chuard, Fabienne Loetscher und Christian P. R. Schmid wurde im The European Journal of Health Economics publiziert. Die Studie untersucht, ob Versicherte ihr Gesundheitsverhalten anpassen, wenn sie künftig mit höheren Gesundheitskosten rechnen müssen.
Im Zentrum der Analyse steht eine institutionelle Besonderheit des Schweizer Gesundheitssystems: Beim Übergang vom Kinder- in den Erwachsenenversicherungsstatus steigen die Kostenbeteiligungen deutlich an. Mithilfe von Abrechnungsdaten der CSS und eines quasi-experimentellen Forschungsdesigns zeigen die Autorinnen und Autoren, dass junge Erwachsene bereits vor diesem Wechsel ihr Verhalten anpassen. Insbesondere junge Männer erhöhen ihre ambulanten Gesundheitsausgaben im Jahr vor der erwarteten Kostensteigerung um rund fünf Prozent.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Versicherte nicht nur auf aktuelle Preise reagieren, sondern auch zukünftige finanzielle Anreize in ihre Entscheidungen einbeziehen. Damit liefert die Studie wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung von Selbstbehalten und Kostenbeteiligungen im Gesundheitswesen. Die Forschungsarbeit zeigt zudem, dass dynamische Anreize im Versicherungssystem unbeabsichtigte Verhaltensanpassungen auslösen können, welche die Wirksamkeit gesundheitspolitischer Massnahmen beeinflussen.
Das publizierte Papier kann hier gelesen und heruntergeladen werden. Eine kurze Zusammenfassung findet sich hier.